Kanban in der Ersatzteilversorgung: den richtigen Vorrat nachbestellen
Volle Lager schützen nicht vor Stillstand, wenn die benötigten Ersatzteile fehlen. Eine Analyse des Bedarfs und ein verlässlicher Nachbestellablauf lösen unterschiedliche Teile desselben Problems.
Das Problem
An den betrachteten Waschstraßen führten fehlende Ersatzteile zu langen Ausfallzeiten. Gleichzeitig lagen viele Teile auf Lager, die kaum benötigt wurden. Der Bestand war hoch, die Versorgung im Reparaturfall dennoch unzureichend.
Das Vorgehen
Den Bedarf vor dem Bestand bewerten
Ich untersuchte die Teile der Waschstraße mit einer ABC-Analyse und einer Bewertung der Ausfallkritikalität. Kann ein Defekt die Anlage stillsetzen? Wie häufig fällt das Teil aus und wie viele Stück werden bei einer Reparatur benötigt? Daraus wurde abgeleitet, welche Teile in welcher Menge bevorratet werden mussten.
Entnahme und Nachbestellung verbinden
Für die wesentlichen Teile entwickelte ich Kanban-Karten. Bei einer Reparatur wurde das Ersatzteil entnommen und die zugehörige Karte an die Verwaltung gegeben. Sie war der Auslöser für die Nachbestellung, ohne dass jemand später aus dem Gedächtnis eine Bestellliste ergänzen musste.
Den Kreislauf bis zur Lieferung schließen
Nach der Bestellung ging die Karte zum Wareneingang. Bei Lieferung wurde sie wieder dem Ersatzteil zugeordnet. Damit waren Entnahme, Bestellung und erneute Einlagerung als zusammenhängender Ablauf organisiert.
Die Lösung
Die Lagerbestände konnten deutlich gesenkt werden. Das Lager wurde geordneter und übersichtlicher; die Ausfallzeiten wegen fehlender Teile gingen stark zurück. Entscheidend war die Verbindung aus bedarfsgerechter Bevorratung und einem festen Nachbestellverfahren.
Die Karte als Arbeitsauftrag behandeln
Die Karte muss das benötigte Teil eindeutig bezeichnen. Für einen anderen Betrieb wären dafür etwa Artikelnummer, festgelegte Bestellmenge und Lagerplatz abzustimmen. Diese Angaben verhindern, dass die Verwaltung erst nachfragen muss, welches ähnliche Bauteil tatsächlich entnommen wurde.
Beobachten Sie den gesamten Kreislauf bis zur Wiederzuordnung bei Lieferung. Bleibt eine Karte im Wareneingang liegen, fehlt der Nachschub im Lager trotz ausgelöster Bestellung. Für offene Lieferungen braucht es daher eine erkennbare Zuständigkeit und einen Umgang mit Verzögerungen.
Praxisfall: Ersatzteilversorgung mit Kanban →
Haben Sie eine ähnliche Aufgabe?
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